Freistaat - Thüringen

Den meisten Menschen fallen beim Stichwort Thüringen nicht etwa die Weimarer Klassiker ein. Thüringer sind auch nicht die die Leute aus dem Thüringer Wald, die Bewohner von Jena, Erfurt oder Gera. Sie denken viel lieber an die grünen Klöße, das Rostbrätel oder die Rostbratwürste, eine anerkannte Mischung aus pikant gewürtem Schweine-, Kalb- und Rindfleisch. Damit ist schon vieles über die Thüringer gesagt. Sie essen und trinken gern und gut, ansonsten sind sie nicht sehr homogen.
 
Zwei Orte Thüringens haben in der deutschen Geistesgeschichte eine wesentliche Rolle gespielt, die Wartburg und Weimar.
 
Die Wartburg war im Mittelalter ein Zentrum höfischer Kultur. 1206/07 soll hier der berühmte Sängerkrieg auf der Wartburg stattgefunden haben, an dem sich unter anderem Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide beteiligten. Der Reformator Martin Luther lebte hier 1512/22 als Junker Jörg. Er übersetzte unter dem Schutz des Kurfürsten Friedrich des Weisen die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche und begründete damit eine einheitliche deutsche Schriftsprache.
 
Weimar ist das Zentrum deutscher Klassik schlechthin. Hier lebten und arbeiteten Wieland, Herder, Goethe und Schiller. Einen Naturschutzpark des Geistes nannte Egon Erwin Kisch den Ort in den zwanziger Jahren. Er hat nicht recht behalten, die Nationalsozialisten bauten auf dem Weimarer Ettersberg eines der ersten Konzentrationslager, Buchenwald.
 
Einige andere Ziele: Erfurt besaß im Mittelalter 80 Kirchen. Nicht alle sind erhalten, sehenswert sind jedoch der St.-Marien-Dom und die St.-Serveri-Kirche. Berühmt ist auch der Höhenweg über den Thüringer Wald. Der legendäre Rennsteig wurde schon im Jahr 1330 als Rynnestig erwähnt, er war damals ein Handels- und Kurierweg.
 
Typische Gerichte: Specksalat, Thüringer Rostbrätel, Thüringer Rostbratwurst, Thüringer Schlachtfestsuppe, Thüringer Topfbraten, Thüringer Wurstplatte, Wild mit grüne Klöße.

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